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Fischerstechen

Prinzregent-Luitpold-Fischerstechen am Starnberger See

Seit 1907 findet alle 5 Jahre das traditionelle Prinzregent-Luitpold-Fischerstechen in der Starnberger Bucht statt.

Geschichte zum historischen Fischerstechen auf dem Starnberger See

Die Anfänge des Brauches gehen bis in die Zeit des Mittelalters zurück. Nachweislich wurden erstmals die Zunftspiele 1530 auf der Isar zu Ehren Kaiser Karls V. gezeigt. Der Brauch ist also kein Privileg der Starnberger-See-Fischer. Seine "Hochzeiten" am Würmsee (1962 amtlich: Starnberger See) hatten die Spiele während der glanzvollen Seefeste unter dem Kurfürsten Ferdinand Maria (1651-1679) und seiner prunkliebenden Gattin Henriette Adelheid von Savoyen. Es ist zwar nicht restlos zu belegen, doch die Volkskunde nimmt mit Bestimmtheit an, dass der Brauch am Starnberger See seine Grundlage seit der Gründung der "Fischeinigung" (See- und Fischordnung mit Fischerjahrestreffen) gefunden hat.

Im Jahre 1860 schien es als würde der Brauch hier am See aussterben. Da stiftete Prinzregent Luitpold 1907 zur Wiederbelebung einen Goldwanderpokal für den Sieger. Erst bei einer dreimaligen Krönung eines Fischers zum "Fischerkönig" sollte dieser in den Besitz übergehen.

Seit dieser Zeit richtet der ebenfalls 1907 gegründete Heimat- und Volkstrachtenverein Starnberg in Kooperation mit der Fischereigenossenschaft Starnberger See das Fischerstechen im Rhythmus von 5 Jahren (mit Ausnahme in den zwei Kriegsperioden) in der Starnberger Bucht aus. Seit 1952 sind auch Sportfischer beim Wettkampf erlaubt. Der heißbegehrte Siegertitel des "FISCHERKÖNIGS" wird allerdings ausschließlich unter den ansässigen Berufsfischern am Starnberger See erkämpft. 1950 wurde der 1907 gestiftete Goldpokal endgültig an die Familie Hirn übergeben, die den Titel "Fischerkönig" durch dreifachen Sie von Vater und Sohn erreicht hatten. Das Haus Wittelsbach hat die Tradition seines Oheims übernommen und stiftet jeweils einen neuen Pokal.

Bei den Wettkämpfen handelt es sich um ein echtes Turnier auf dem See, welches neben der Gaudi hohe Anforderungen an die Fahr- und Runderkünste der Schiffleute stellt, wie auch bei den Stechern selbst größte Standsicherheit auf dem schwankenden Brett gefordert ist. Der Stecher darf das rückwärts am Flachboot befestigte Standbrett nicht verlassen, sucht er sein Heil im Boot, scheidet er ebenso aus, wie wenn er - als "Fische" gehänselt - ins Wasser plumst.

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