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Krailling

Krailling, eine Gemeinde am Würmufer mit umgebenden Wäldern und den Ortsteilen Pentenried, Frohnloh und Gut Hüll ist ein ruhiger und liebenswerter Ort vor den Toren der Großstadt München.

Nach Schätzungen der Historiker ist Krailling rund 1.500 Jahre alt. Man vermutet, dass sich hier einst die Sippe der „Chrowillinger“ etwa um das Jahr 500 niedergelassen hat. Die Bajuwaren betrieben lukrative Gehöfte mit Schweinezucht und Fischerei.

Mit der Zeit wurde aus der Gehöftsiedlung eine Hofmark, also ein Ort eigener Handelshoheit und eigener Gerichtsbarkeit. Mitte des 13. Jh. entstand die Hofmark „Cralling“, zu der die heutigen Orte Krailling, Planegg, Frohnloh und Seeholzen gehörten. Sie wurde 1742 von dem Südtiroler Bürgergeschlecht „Ruffin“ gekauft. Wenig später kam sie in den Besitz des Hofmarkherrn Johann Josef Hörwarth. Hörwarth war jedoch ein schlechter Geschäftsmann, und Ruffin musste dem hochverschuldeten Münchner Bürger Krailling wieder abkaufen.

Die Kraillinger Hofmark hatte eine überragende Bedeutung für die Münchner Bürger, nicht nur wegen des noch heute beliebten Erholungswerts und der schönen Lage, sondern auch wirtschaftlich. Ende des 18. Jahrhunderts begann eine neue Epoche, die Hofmarken verloren an Bedeutung, so dass auch der Herrensitz, das repräsentative Hofmarkherrenschloß verfiel. Es wurde 1810 abgerissen.

Mit dem Ende des 19. Jahrhunderts nahm Krailling eine rasche Entwicklung. 1875 hatte der Ort knappe 220 Einwohner, etwa 40 Jahre später bereits 1.500. Sprunghaft stieg die Bevölkerungszahl erst nach dem 2.  Weltkrieg. Mehr als 3.000 Bürger suchten damals in der Zeit akuter Wohnungsnot in Krailling eine Bleibe. Dazu gehörten auch Hunderte von Heimatvertriebenen. Kraillings Ortsteil Pentenried, eine ehemalige Rodung der Benediktinermönche, bot rund 600 Flüchtlingen eine neue Siedlungsmöglichkeit.


In den ersten Nachkriegsjahren wuchsen Krailling und Planegg zusammen. Heute ist der Übergang von einem Burgfrieden zum anderen nur noch an Straßenschildern erkennbar. Die Hinweistafeln beispielsweise in der Berg- oder Schillerstraße bezeichnen aber nicht nur die unsichtbare Gemeindegrenze, sondern auch die Landkreisgrenze zwischen den Landkreisen Starnberg und München.

Eine lebendige Zeugin der Vergangenheit ist die gotische argaretenkirche am Würmufer. Erstmals 1315 urkundlich erwähnt, bekam sie jedoch erst unter der Ägide der Familie Ruffin ihre jetzige Gestalt mit dem typischen alpenländischen „Zwiebelturm“ aus dem Jahr 1747. Sie ist auch heute noch das Wahrzeichen Kraillings.

In der „Linnermühle“ aus dem Jahre 1875 wurde über viele Jahrzehnte, angetrieben von einem großen Wasserrad in der Würm Roggen und Korn vermahlen. Zusätzlich wurde ein Sägewerk errichtet. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude, weitgehend auch im Innern originalgetreu erhalten, ist im Sommer ein beliebter Ort für Trauungen.


Die neue helle Bibliothek am Würmufer, durch eine kleine Grünanlage mit der
Mühle verbunden, wurde auf dem Platz des ehemaligen Kraillinger Schlosses errichtet. Einige seiner Grundmauern konnten erhalten werden.

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